Güterzuglok 42 2718 / CFL 5519

Wie die Baureihe 52 gehört auch die ab 1943 gebaute Baureihe 42 zu den Kriegslokomotiven.

 

Die Baureihe 42 war etwas schwerer, aber auch deutlich leistungsfähiger als die aus der Baureihe 50 hervorgegangene BR 52. Ein größer dimensionierter Kessel und das kräftig ausgelegte Triebwerk ließen die Lokomotiven ungewohnt bullig erscheinen. Die BR 42 sollte in sehr großer Stückzahl gebaut werden, durch das Kriegsende kam es aber nur noch zum Bau von etwa 800 Maschinen.

 

Allerdings waren in den Lokomotivfabriken noch zahlreiche halbfertige Lokomotiven und angearbeitete Teile vorhanden. Die Wiener Lokomotivfabrik in Floridsdorf bei Wien fertigte ab 1945 daraus eine weitere kleine Serie von 72 Lokomotiven der BR 42. Sie wurden u.a. an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), nach Bulgarien und zu den Leuna-Werken in die DDR geliefert.

 

Die Luxemburgische Staatsbahn (CFL – Chemin de fer luxembourgeois) erwarb ebenfalls 20 Stück der fabrikneuen 42er und überführte sie nach Luxemburg, wo sie als Baureihe 55 mit den Betriebsnummern 5501-5519 eingereiht wurden.

 

Die starken Lokomotiven beförderten von Petingen und Bettembourg aus fortan schwere Erz-, Koks- und Kohlezüge zwischen den Industriestandorten und lösten ältere Lokomotiven, u.a. die preußischen G12 (BR 58.10) ab. Durch die fortschreitende Elektrifizierung verkleinerte sich aber ihr Einsatzradius zusehends.

 

Im Mai 1964 endete der Dampflokbetrieb in Luxemburg. Die letzten Lokomotiven der Baureihe 55 wurden verschrottet, als einzige überlebte die 5519 als Denkmal in Bettembourg. 22 Jahre lang stand sie bis 1987 in einem Park auf dem Denkmalsockel.

 

Ab 1987 begannen Eisenbahnfreunde mit der Aufarbeitung der Lokomotive. Die politische Wende in der DDR ermöglichte, die letzten Arbeiten und die Inbetriebnahme im Reichsbahnausbesserungswerk Meiningen ausführen zu lassen.

 

So wurde die ursprünglich als 42 2718 für die Deutsche Reichsbahngesellschaft vorgesehene 5519 im Herbst 1991 wieder in Betrieb genommen.

 

Inzwischen hat sie zahlreiche Sonderzugfahrten, zum Teil grenzüberschreitend nach Deutschland und Frankreich, durchgeführt sowie mehrfach das Dampflokwerk Meiningen besucht. Beheimatet ist die 5519 heute in Luxembourg, gepflegt wird sie vom Verein „5519 a.s.b.l“.

 

 

Hersteller Wiener Lokomotivfabrik, Wien-Floridsdorf
Bauart 1' E h2
Fabrikationsnummer 17615
Baujahr 1948
Fahrzeugdienstgewicht 145 t
Länge über Puffer 23.000 mm
Laufraddurchm. - vorn 850 mm
Treibraddurchmesser 1.400 mm
Höchstgeschw. vorwärts 80 km/h
Höchstgeschw. rückwärts 80 km/h
Kesselüberdruck 16 kp/cm²
Leistung 1.324 kW / 1.800 PS
Kolbenhub 660 mm
Zylinderdurchmesser 630 mm
Wasservorrat 30 m³
Kohlevorrat 10 t

Ostern 2010 – 02.-06. April Eifel – Mosel – Saar